Wissenschaft, Forschung, Kultur und Bildung

eine Hand hält ein Molekülmodell
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Die Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen der Hauptstadtregion nehmen in zahlreichen Bereichen weltweit eine Spitzenposition ein. Innerhalb der Region sind u. a. ihre Vernetzung und Spezialisierung in einzelnen Themenfeldern weit vorangeschritten. Neben dem Erhalt und der weiteren Erhöhung der exzellenten Wissenschafts- und Forschungspotenziale steht die Wissenschaftsregion Berlin-Brandenburg in den zwanziger Jahren vor zwei zentralen Herausforderungen: Zum einen gilt es, diese Potenziale verstärkt für Wertschöpfung und die Entwicklung der Region zu nutzen. Die Technologie- und Innovationsstandorte in Berlin und Brandenburg spielen dabei eine wichtige Rolle. Zum anderen muss die gesellschaftliche Reichweite der Wissenschaftseinrichtungen und ihr Beitrag zur Schaffung von Lösungen für drängende Fragen des neuen Jahrzehnts gemeinsam unterstützt werden. Gerade die Wissenschaft und ihre Ergebnisse bilden die Basis für das Funktionieren einer Gesellschaft, die die Herausforderungen demografischer Veränderungen annehmen muss.

Die wissenschaftlichen Einrichtungen in der Region sollen hierbei verstärkter zusammenarbeiten, um arbeitsteilig insbesondere den Prozess der Digitalisierung zu analysieren, gesellschaftliche Dynamiken, Mechanismen und Implikationen der Digitalisierung zu erforschen und um anwendungsorientiert Handlungsempfehlungen an die Politik zu entwickeln.

Das große und breite Forschungsfeld Digitalisierung erfordert das Zusammenwirken aller wissenschaftlichen Ressourcen der Hauptstadtregion. Ein Weg dorthin ist die Bündelung von Kompetenzen und die Schaffung neuer Digitalisierungsprofessuren.

Ein wichtiger Unterpunkt dieser Herausforderungen ist, die in Berlin und im Land Brandenburg vorhan-dene Wissenschafts- und Forschungsexpertise sowie die Forschungsinfrastrukturen durch die Intensivierung der Kooperationen stärker als zuvor in allen Bereichen der Region zum Tragen wirksam werden zu lassen.

Kultur und Geschichte vermitteln den Menschen Heimat und tragen zum Zusammenhalt der Gesellschaft bei. Die beiden Länder verfügen gemeinsam, mit den sich ergänzenden Ausprägungen von Metropole und Kulturregion über ein einzigartiges Potential. In die individuelle wie die regionale Identität fließen immer verschiedene Stränge und Traditionslinien ein. Die Vielfalt und Dichte des kulturellen Angebots der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg sowie die vielfältigen Möglichkeiten, öffentliche Räume zu nutzen und zu gestalten, sind wesentliche Faktoren für die ungebrochene Anziehungskraft sowohl der Metropole Berlin als auch der Gemeinden des Berliner Umlands. Kreativität gehört zu den wichtigsten Markenzeichen Berlins, mindestens ein Viertel des Beschäftigungswachstums in den vergangenen Jahren ist auf die Zunahme der Beschäftigung in Kreativberufen zurückzuführen. Auch aus diesem Grund kann die Weiterentwicklung der Region nicht ohne eine Betrachtung und Entwicklung der kulturellen Potentiale Berlins und Brandenburgs erfolgen.

Neben den kulturellen Leuchttürmen und Hotspots der Kreativszene spielen für die Bürgerinnen und Bürger Berlins und Brandenburgs insbesondere die dezentralen und niedrigschwelligen wohnortnahen Kultureinrichtungen, wie z. B. öffentliche Bibliotheken, Musikschulen, Jugend­kunstschulen und kommunale bzw. bezirkliche Kultureinrichtungen eine wichtige Rolle, da diese die kulturelle wie auch soziale Teilhabe wesentlich ermöglichen und damit letztlich die persönliche Lebensqualität mitbestimmen. Der gemeinsame Einsatz beider Länder für den Ausbau der dezentralen Kulturinfrastruktur bedarf insbesondere im Berliner Umland einer verstärkten Abstimmung und engen Zusammenarbeit.

Zudem ist die Kultur (nach dem Sport) auch der Bereich mit den meisten Ehrenamtlichen. Die Vertiefung der Abstimmung der Ehrenamtsaktivitäten zwischen beiden Ländern und der Ausbau der gemeinsamen Ehrenamtskarte sind wichtig, um ehrenamtliches Engagement in der Hauptstadtregion weiter zu stärken.

Im Bereich Bildung liegen Berlin und Brandenburg trotz unübersehbarer Fortschritte im zurückliegenden Jahrzehnt im deutschlandweiten Ländervergleich der schulischen Leistungen nur im Mittelfeld. Auch wenn in Brandenburg und in Berlin die Ursachen für diese Platzierung nicht vollkommen identisch sind, so besteht die gemeinsame Herausforderung, im deutschland­weiten Vergleich noch besser zu werden. Mit dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg, dem von den beiden Ländern gegründeten Institut für Schulqualität und dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg bestehen drei gemeinsame bildungspolitische Einrichtungen. Herausforderungen bestehen auch durch den länderüber­greifenden Schulbesuch und die länderübergreifende Versorgung mit Plätzen in Kindertageseinrichtungen.